... sich selbst und andere (noch) besser verstehen.
... sich selbst und andere (noch) besser verstehen.

was zeichnet einen "guten" Coach aus?

individueller Arbeitsanspruch + persönlicher Reifegrad = Qualität der Leistung

Im Nachfolgenden Merkmale, durch die sich aus meiner Sicht ein "guter" Coach von weniger "guten" Coaches unterscheidet. Als Unterscheidungsmerkmal wird die Kombination von Anspruch an die eigene Arbeitslhaltung angenommen in Kombination mit einem entsprechend hohen Reifegrad der Persönlichkeit. Der Coach, Berater, Trainer (m/w/d)

  • ist ein Mensch aus dem Alltag, gleichgültig ob mit oder ohne akademischen Bildungshintergund, welcher Menschen mag und diesen mit positiver Gesinnung begegnet
  • weist ein hohes Maß an reflektierter Selbsterkenntnis auf - kennt seine eigenen Stärken und Schwächen, ist sich seiner zwischenmenschlichen Gesamtwirkung bewusst
  • ist im Vergleich zum "Ottonormalverbraucher" unabhängiger von der Meinung anderer und dadurch auch bereit, in sozialen Interaktionen höhere Risiken einzugehen
  • positioniert sich - kommuniziert transparent, ist berechenbar, greifbar und konsequent 
  • in seinem Verhalten Orientierung gebend für sein Umfeld
  • ist aktiv Gestaltender, Vorbild und Hoffungsträger

Als Coach in die Rolle des Ermutigers zu schlüpfen ist die eine Seite der Medaille. Denn ob diese Ermutigung angenommen wird, das ist die Entscheidung des jeweiligen Gegenübers. Falls Veränderung ungewollt ist und abgelehnt wird, stellt der Coach insofern eine "Gefahr" dar, als dass er Derjenige ist, der die Veränderung qua Auftrag herbeiführen soll.

In diesem Fall muss der Coach bereit sein, persönlich erhöhte soziale Risiken einzugehen. Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Viele Coaches treten mit der Motivation an, "anderen zu helfen" (und so wird es ja auch in den meisten Coachausbildungen suggeriert). Was darüber hinaus ebenfalls mit einzukalkulieren ist, sind nachfolgende Ausführungen. (Siehe auch: Coachingkompetenz von Hermann Bayer, S. 152 ff.). Dass diese Punkte vollumfänglich zutreffen, sofern Coach (m7w/d) seinen Job richtig macht, muss ich aus meiner eigenen langjährigen Coachingpraxis bedauerlicherweise bestätigen. Und ich bin der Meinung, dass sich das jeder bewusst machen sollte, der tatsächlich als "echter" Coach arbeiten will. 

 

Neid der Umgebung

Jemand der Eigenschaften verkörpert, die das Gegenüber selbst gerne hätte, berührt temporär, wiederholt oder permanent dessen tiefsitzendes, in diesem Kontrast als schmerzlich erlebtes, persönliches Defizit. Die daraus resultierende brisante Gefühlslage bietet den perfekten Nährboden für Neid, Mißgunst und Intrigen. 

 

IIdealisierung durch die Umgebung

Es gibt Menschen, die Coaching, Coaching-Projekte oder den Coach selbst mit überdimensionierten Hoffnungen verbinden. Sie haben den Coach zu ihrem persönlichen Heilsbringer erkoren. Der Coach wird dadurch mit einer völlig unangemessenen Erwartungshaltung konfrontiert, die kein Mensch der Welt erfüllen kann. Zwangsläufig ist die Folge derartiger Erwartungen die Ent-Täuschung. 

 

Glorifizierung durch die Umgebung

Während die Idealisierung des Coachs eher mit sich im Stillen persönlich ausgemacht wird, wird Glorifizierung - möglicherweise auch vorab von Dritten - nach außen kommuniziert. Dadurch wird die betreffende Person zu einer Art "Guru" stilisiert. In der Außenwahrnehmung ist es kaum zu vermeiden, dass solche Kreise tendenziell sektiziös wirken.

 

Misstrauen aus der Umgebung

Auf viele Menschen wirkt es höchst befremdlich und irritierend, dass jemand seine Position konsequent lebt und seine Meinung frei heraus vertritt. Der professionell agierende Mensch lebt nach dem Motto: "nur der Überzeugte überzeugt". Dennoch werden in ihren Wertehaltungen integere Menschen zunächst stets mit Misstrauen konfrontiert - insbesondere dann, wenn ihre Überzeugungen nicht mainstreamkonform sind. Nun ist gesundes Misstrauen durchaus sinnvoll und angebracht. Steht es jedoch auch langfristig einer vertrauensvolle Beziehung im Weg, verfestigt sich ein erheblicher Widerstand, welcher den Erfolg des Coachings beeinträchtigt, ja sogar gänzlich verhindert.

 

Widerstand durch die Forderungen, die der "gute" Coach an die Umgebung stellt

Coaching bedeutet u.a. "Fördern durch Fordern". Inzwischen haben Coaches es joch vermehrt mit Menschen zu tun, die auch eine berechtigte Forderung als unberechtigte Zumutung verstehen. Dies geht bei hochgradig entmutigten Menschen, welche ihre innere Kündigung bereits abgegeben haben soweit, dass sie die Forderungen des Lebens schlechthin für eine Zumutung halten. Die logische Konsequenz ist, dass diese zurückgewiesen werden (return to sender).

 

Aktivierung des Stressmodus' in der Umgebung durch Infragestellung bisheriger Vorgehens- und Verhaltensweisen + Durchsetzen von Veränderung auch gegen anhaltenden Widerstand

Häufig wird Kritik nicht als Impuls oder Anregung zur Verbesserung verstanden, sondern mit persönlichem "Versagen"  gleichgesetzt. Sofern ein "guter" Coach also einen entsprechenden Anspruch an die Qualität seiner Arbeitsleistung hat, kommt er gar nicht umhin die wunden Punkte seiner Coachees zu berühren - ob er das nun willentlich beabsichtigt oder nicht und ob das dem Klienten gefällt oder nicht - denn auch das ist "echtes" Coaching. Nach wie vor gehört der konstruktive Umgang mit den eigenen Entwicklungsfeldern (Schwächen) insbesondere für Männer, zunehmend jedoch auch für Frauen - fast immer noch zu den Tabu-Themen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass der Auslöser, nämlich der Coach, bekämpft wird. 

 

Geringer Beliebtheitsgrad - denn der Coach erzeugt durch sein konsequentes Verhalten Leidensdruck

Anders als es die zu coachende Person es bis dahin vielleicht gewohnt war, werden destruktive Verhaltensweisen nicht auch noch belohnt, sondern sie sind mit Nachteilen für Denjenigen verbunden - wodurch sie die Chance zur Verhaltensänderung bieten. Allerdings macht sich der Coach durch dieses durchweg konsequente Agieren nicht unbedingt beliebt - auch wenn es ihm letzten Endes den Respekt als Führungspersönlichkeit einbringt. 

 

Risiko der Isolation, da ein "guter" Coach häufig auch als "Störfaktor" wahrgenommen wird. Weil er je nach Gruppenklima "Verwöhnung", "Scheinharmonie" oder das "in Ruhe gelassen werden wollen" unterbindet und konstruktiven Beitrag zum Gemeinwohl einfordert, wird er sich Veruchen ausgesetzt sehen, ihn aus der, wenn auch destruktiv handelnden Gemeinschaft, auszugrenzen.  

 

Intransparenz - Umgang mit Falschspielern und im Umlauf befindlichen, gezinkten Karten 

Menschen lassen sich in ihren persönlichen, egoistisch motivierten Intensionen, welche möglichwerweise auch noch zu Ungunsten anderer verwirklicht werden sollen, nicht gerne in die Karten schauen. Ein "guter" Coach deckt gemeinschaftsstörende Absichten auf und bringt gemeinschaftsschädigendes Verhalten zur Sprache. Ein von seiner Persönlichkeit her offener, mutig agierender und transparent kommunizierender Coach demaskiert. Er schiebt neurotischen und destruktiv wirkenden Tendenzen einen Riegel vor, in dem er sie frühzeitig und konkret anspricht. Die Verweigerung von Beitragsleistung zum Gemeinwohl, persönliche Profilierungen auf Kosten anderer, das "Sich mit fremden Federn schmücken", Machtkämpfe, Entwertungen, Herabsetzungen, bewusst zugeführte Verletzungen, Revanchen untereinander aber auch Regelbruch und -beugungen sowie Inkonsequenz werden von ihm thematisiert, geklärt und reduziert.

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© Daniela Linke-Slawinski - Holistic Dialogue®Coaching aus München - Stand: 06/2024 Alle Rechte vorbehalten. Kontakt: +49 172 890 6633 I mail[@]linke-slawinski.de

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